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Fragment einer Mumienhülle

Fragment einer Mumienhülle

Kartonage, bemalt; Göttingen, Archäologisches Institut Römisch (1.– 4. Jahrhundert n. Chr.)
Von R. Reitzenstein in Ägypten erworben 1931 von der Witwe Reitzensteins dem Archäologischen Institut geschenkt.

Bei diesem Teil einer Mumienkartonage handelt es sich um eine Art Zierhülle der eigentlichen, bandagierten Mumie, welche aus stuckierten und anschließend bemalten Leinenbinden besteht. Solche Kartonagen bedeckten in der Regel die gesamte Mumie, konnten aber auch nur bis Brusthöhe reichen. Die grün-blaue Färbung ist typisch für Mumienhüllen der römischen Zeit.

Winckelmann beschäftigte sich schon in seiner Dresdner Zeit mit ägyptischen Mumien aus der Römerzeit und veröffentlichte dazu eine kurze Nachricht von einer Mumie in dem Königlichen Cabinet der Altertümer in Dresden.

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Ushebtis

Ushebtis

Fayence; Göttingen, Archäologisches Institut
Aus Saqqara; Spätzeit (664–332 v. Chr.)
Dem Archäologischen Institut 1868 von A. Brugsch geschenkt

 

Ushebtis waren seit dem frühen 2. Jahrtausend v. Chr. eine sehr verbreitete Grabbeigabe. Die Inschriften und die Attribute dieser Figuren (Tasche und Hacke) geben den generellen Aufgabenbereich von Uschebtis zu erkennen: im Jenseits anstelle des Verstorbenen Arbeiten wie Ackerbau und Ernte zu verrichten.

Winckelmann schreibt dazu: „Es sind auch verschiedene dieser Figuren, in dem wahrhaftigen alten Stil ihrer Künstler gearbeitet, und mit Hieroglyphen bezeichnet, in dem Tempel der Isis zu Pompeji entdecket worden; und ich selbst besitze fünf kleine solche Priester der Isis […] die alle einander ähnlich, und mit einem grünen Schmelze oder Glätte überzogen sind. Es halten diese Figuren in den kreuzweis auf der Brust gelegten Händen, in der linken einen Stab, und in der rechten, nebst der gewöhnlichen Peitsche, ein Band, woran hinten auf der linken Schulter ein Täfelchen hänget.“

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Osiris-Statuette

Osiris-Statuette

Bronze; Göttingen, Archäologisches Institut
Aus Saqqara; 600–300 v. Chr.?
Dem Archäologischen Institut 1868 von A. Brugsch geschenkt

 

Dargestellt ist der Fruchtbarkeits- und Totengott Osiris, als Mumie einbalsamiert, mit Krummstab und Geißel in den vor der Brust gekreuzten Händen sowie der hohen Atef-Krone mit ihrer Uräusschlange und den zwei Federn als seinen Attributen. Neben seiner Mumienform mit Bezug auf die Mumifizierung kann Osiris auch mit grüner Hautfarbe in Anspielung auf seine Rolle des lebensspendenden Fruchtbarkeitsgottes oder mit schwarzer Hautfarbe als Symbol für den fruchtbaren Nilschlamm dargestellt werden. Winckelmann beschreibt ein Bild aus Herculaneum, „an welchem das Gesicht, die Arme und die Füße eine blaue Farbe haben, worinn vermuthlich eine symbolische Deutung verborgen lieget, da wir wissen, daß die Aegypter dem Bilde der Sonne, oder dem Osiris, mehr als eine Farbe gaben; und die blaue Farbe sollte die Sonne andeuten, wenn dieselbe unter unserem Hemisphero ist.“

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Isis lactans

Isis lactans

Material alabasterartig; Göttingen, Archäologisches Institut
Datierung ungewiss, antik ?
Fundort unbekannt
1861 aus der Göttinger Mineralogischen Sammlung an das Archäologische Institut überwiesen.

 

Dargestellt ist die Göttin Isis mit dem Horusknaben auf ihrem Schoß. Mit ihrer Rechten greift sie sich an die Brust, um ihren Sohn zu stillen. Ihr Sitz ist auf zwei Seiten von Hieroglyphen bedeckt, die Rückseite des Hockers zieren bildliche Darstellungen des Horuskindes mit verschiedenen Tieren, gekrönt vom Gesicht des Fruchtbarkeitsgottes Bes. Winckelmann beschreibt eine ähnliche Statuette im Kapitel über die Werkstoffe der ägyptischen Skulptur: „Der Alabaster wurde bei Theben in großen Stücken gebrochen, und es findet sich eine sitzende Isis, mit dem Orus auf ihrem Schoße […] in dem Museo des Collegii Romani“.

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Geschichte der Kunst des Alterthums

Geschichte der Kunst des Alterthums

Johann Joachim Winckelmann
Dresden 1764
Leihgabe SUB Göttingen, Signatur 4 ARCH I, 676

Der Kupferstich lässt Winckelmanns kulturvergleichenden Ansatz erkennen. Um zu zeigen, dass die einzelnen Kunstgattungen bei verschiedenen Völkern unabhängig voneinander entstanden sind, werden eine frühe dorische Säule aus Paestum, eine ägyptische Statue und eine bärtige Sphinx sowie eine Vase „von den sogenannten Hetrurischen“ nebst Münzen und einem Relief wie ein Ensemble von Ausgrabungsfunden zusammengestellt.

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Recueil d‘antiquités égyptiennes, étrusques, grecques, romaines et gauloises

Recueil d‘antiquités égyptiennes, étrusques, grecques, romaines et gauloises

Anne Claude Philippe de Caylus
Band 1 : Paris 1752 Band 7 : Paris 1767
Leihgabe SUB Göttingen, Signatur 4 ARCH I, 1470:1 + 7

Der Comte de Caylus (1692–1765) war Sammler, Forscher und selbst ausübender Künstler. In seinem siebenbändigen Hauptwerk publizierte er Werke der ägyptischen, etruskischen, griechischen, römischen und keltischen Kultur aus seiner Sammlung und verglich deren Stil und Machart. Sogar indische Skulpturen wie auf der hier gezeigten Tafel bezog er in die Analyse ein. Wegen seiner profunden Materialkenntnis genoss Caylus zu seiner Zeit hohes internationales Ansehen. 1765 wurde er auf Anregung Heynes in die Göttinger Societät der Wissenschaften als Ehrenmitglied aufgenommen.

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Johann Joachim Winckelmann – Geschichte der Kunst des Alterthums, 2. Auflage

Johann Joachim Winckelmann – Geschichte der Kunst des Alterthums, 2. Auflage

Wien 1776
Leihgabe SUB Göttingen, Signatur 4 ARCH I, 676

 

Kaum war das große Werk erschienen, machte Winckelmann sich schon an die Ausarbeitung einer stark erweiterten und veränderten Neuausgabe – sehr zum Verdruss seines Leipziger Verlegers Walther, der von der Erstauflage die ungewöhnlich hohe Zahl von 1200 Exemplaren hatte drucken lassen, die
erst verkauft werden mussten. Als Winckelmann 1768 in Triest ermordet wurde, hatte er das überarbeitete Manuskript bei sich. Aus seinem Nachlass wurde es schließlich 1776 in Wien herausgegeben, ging danach aber verloren. Da nicht erkennbar war, ob Winckelmanns Zusätze korrekt eingearbeitet waren, geriet die Neuausgabe rasch in Misskredit. Auch Heyne sah sie sehr kritisch. In der aktuellen Winckelmann-Forschung wird sie jedoch wieder deutlich positiver beurteilt.

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Die Geschichte der Kunst des Alterthums

Die Geschichte der Kunst des Alterthums

Schon kurz nach seiner Ankunft in Rom entwickelte Winckelmann den Gedanken zu einem systematischen Werk, in dem er seine theoretischen Überlegungen und die vielen Beobachtungen, die er an den Monumenten Roms sammelte, zu einer großen Synthese zusammenführen wollte. Nach jahrelanger Arbeit erschien das Werk Ende 1763.

Als Vorbild diente Winckelmann Voltaires Konzept einer umfassenden Kulturgeschichte an Stelle bloßer Ereignisgeschichte: Es geht ihm nicht darum, einzelne Künstler und Werke aneinanderzureihen, sondern das „Wesen der Kunst“ in seiner geschichtlichen Entwicklung zu erfassen. Entsprechend ist das
Buch in einen philosophisch-systematischen und einen historischen Teil gegliedert. Der deutlich umfangreichere erste Teil fragt nach dem Ursprung des Phänomens Kunst bei den verschiedenen Völkern des Altertums und unterteilt deren Kunstentwicklung, soweit feststellbar, in Epochen. Am ausführlichsten wird die griechische Kunst behandelt und aufgezeigt, warum nur diese zur absoluten Vollkommenheit gelangt sei.

Im zweiten Teil bemüht Winckelmann sich dann, sein Entwicklungsmodell der griechischen Kunst mit der schriftlichen Überlieferung zu koordinieren und absolute Datierungen für seine Epocheneinteilung zu gewinnen.

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