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Impressum

Ausstellung zum 300. Geburtstag und 250. Todestag von
Johann Joachim Winckelmann

Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse
der Georg-August-Universität Göttingen 

6. Mai bis 9. Dezember 2018

Konzept und Inhalte wurden in einer Lehrveranstaltung im Sommersemester 2017 unter Leitung von Daniel Graepler entwickelt. 

Mitglieder der studentischen Arbeitsgruppe mit ihren Zuständigkeitsbereichen:

Simon A. Eidmann: Winckelmanns Epochenstile

Rebecca Hemmy: Winckelmann und Ägypten

Katerina Kock: Winckelmann und die Etrusker

Judith Krüger und Sascha Thoma: Winckelmann und Heyne

Thorben Langer: Winckelmanns Hermeneutik

Carina Rosenlehner: Winckelmann im Belvedere

Lena Schrötke: Winckelmann und Wallmoden

Marte Zepernick: Elgin Marbles

Bei der praktischen Realisierung der Ausstellung engagierten sich außerdem Nadja Kehe und Julius Rammler.

Objektrestaurierungen und technische Leitung: Jorun Ruppel

Fotografische und typographische Arbeiten: Stephan Eckardt

Sekretariat: Monika Awad

Audiotexte: Götz Lautenbach (Sprecher), Ralf Köster (Aufnahmeleitung)

Die Durchführung der Ausstellung wurde ermöglicht durch Zuschüsse des Universitätsbunds Göttingen e.V. und der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen

Besonderer Dank gilt den Leihgebern:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

und Privatpersonen

Technische Unterstützung leisteten die Kunstsammlung der Universität Göttingen, die Papierrestaurierungswerkstatt der SUB, der Fahrdienst der Universitätsmedizin Göttingen, das Gebäudemanagement der Universität und die Zentrale Kustodie.

Namentlich danken wir: Uwe Deppe, Hartmut Döhl, Wilhelm Dölle, Winfried Feuerstein, Christine Hübner, Johanna Kaul, Roland Kern, Tobias Kerl, Thomas Konradi, Michael Kraus, Jens Peter Laut, Manfred Luchterhandt, Johannes Mangei, Karsten Otte, Michael Pfanner, Markus Rink, Cornelia Ripplinger, Ingrid Rosenberg-Harbaum, Andrea Schmölder-Veit, Detlef Schnier, Sylvia Schoske, Nele Schröder-Griebel, Anne-Katrin Sors und Michael Thimann.

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Bestätigung der Wahl von Johann Joachim Winckelmann und anderer Persönlichkeiten zu Mitgliedern der Societät der Wissenschaften

Hannover, 1.11.1764
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen: Pers. 12, Nr. 5

Heynes Unterstützung verhalf Winckelmann 1765 zur Aufnahme in die Göttinger Societät (die heutige Akademie) der Wissenschaften. Bereits zwei Jahre zuvor schrieb er ihm: „Sehen Sie die hiesige Academie und die Kön. Societät als einen Canal an, durch den Ihre Entdeckungen und Ideen ungemein verbreitet werden können.“ Das von Gerlach Adolph von Münchhausen, dem Hannoverschen Minister und Kurator der Universität, unterzeichnete Schreiben bestätigt die von der Göttinger Societät vorgeschlagene Wahl neuer Mitglieder.

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Versuch einer Allegorie, besonders für die Kunst : Der Königlichen Groß-Britannischen Gesellschaft der Wissenschaften auf der berühmten Universität zu Göttingen zugeeignet

Versuch einer Allegorie, besonders für die Kunst : Der Königlichen Groß-Britannischen Gesellschaft der Wissenschaften auf der berühmten Universität zu Göttingen zugeeignet

Johann Joachim Winckelmann

Dresden 1766

Leihgabe aus Privatbesitz

Mit der Widmung auf dem Titelblatt bedankte sich Winckelmann für die Wahl in die Göttinger Societät der Wissenschaften. Dennoch wurde sein Buch in Göttingen kritisch aufgenommen.

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Lobschrift auf Winkelmann

Lobschrift auf Winkelmann

Christian Gottlob Heyne

Kassel 1778
Leihgabe der SUB Göttingen, Sign. 8 H L BI IV, 8130

1778 gewann Heyne eine Preisaufgabe der neu gegründete Société des Antiquités de Cassel. Gefordert war eine Lobrede auf Winckelmann mit der Beurteilung seines wissenschaftlichen Beitrags zur Altertumswissenschaft. In seiner Schrift betont Heyne Winckelmanns Sonderstellung gegenüber der bisherigen antiquarischen Forschung und sieht sein größtes Verdienst darin, dass er „das Studium des Alterthums in seinen rechten Kanal einleitete, in das Studium der Kunst“ und dazu anleitete, „Kunstwerke als Kunstwerke zu betrachten“.

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Berichtigung und Ergänzung der Winckelmannischen Geschichte der Kunst des Alterthums

Berichtigung und Ergänzung der Winckelmannischen Geschichte der Kunst des Alterthums

Christian Gottlob Heyne

in: Deutsche Schriften von der königlichen Societät der
Wissenschaften zu Göttingen herausgegeben, I (1771) 204–266
Leihgabe der SUB Göttingen, Sign. 8 PHYS MATH IV, 367

Nach Winckelmanns tragischem Tod stimmte Heyne nicht in die allgegenwärtigen Lobeshymnen auf den Verstorbenen ein. Stattdessen veröffentlichte er 1771 eine ausführliche Berichtigung und Ergänzung der Winckelmannischen Geschichte der Kunst des Alterthums mit dem Ziel, aus Winckelmanns genialischem Entwurf eine solide Wissenschaft zu machen. Obwohl das Werk „im Ganzen betrachtet, mit einer Meisterhand bearbeitet“ sei, kritisiert Heyne vor allem Winckelmanns teils unpräzisen Umgang mit antiken Schriftquellen und die daraus resultierenden Irrtümer in der Chronologie.

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Urkunde: Winckelmanns Aufnahme in die Königl. Societät der Wissenschaften

Urkunde: Winckelmanns Aufnahme in die Königl. Societät der Wissenschaften

Leihgabe der Göttinger Akademie der Wissenschaften

Heynes Unterstützung verhalf Winckelmann 1765 zur Aufnahme in die Göttinger Societät der Wissenschaften. Bereits zwei Jahre zuvor schrieb er ihm: „Sehen Sie die hiesige Academie und die Kön. Societät als einen Canal an, durch den Ihre Entdeckungen und Ideen ungemein verbreitet werden können.“ Mitglied der Göttinger Akademie zu sein galt als große Ehre, war sie doch ein Zentrum der internationalen wissenschaftlichen Diskussion und Herausgeber der Göttingischen Anzeigen von gelehrten Sachen, eines schon damals bedeutenden Rezensionsorgans.

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Einleitung in das Studium der Antike, oder Grundriß einer Anführung zur Kenntniß der alten Kunstwerke

Einleitung in das Studium der Antike, oder Grundriß einer Anführung zur Kenntniß der alten Kunstwerke

Christian Gottlob Heyne

Göttingen und Gotha o. J. [1772]
Leihgabe der SUB Göttingen, Sign. 8 ARCH I, 511

1767 hielt Heye erstmals seine später berühmte Archäologie-Vorlesung, die das Antikenverständnis einer ganzen Generation prägen sollte. Sie richtete sich zwar in erster Linie an junge Adelige, die sich auf ihre Grand Tour vorbereiteten, trug jedoch auch entscheidend zur Etablierung der Archäologie als Wissenschaftsdisziplin bei. Inhalt und Aufbau der Vorlesung können nur aus den Mitschriften der Studenten rekonstruiert werden – von Heyne selbst wurde lediglich dieses kurze Gliederungsschema veröffentlicht.

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Einleitung ins Studium der Antike, vorgetragen von Christian Gottlob Heyne, Göttingen im Sommer 1803

Mitschrift von Heynes Vorlesung über die Archäologie
von Christian August Hoffmann (1783–1855),
Student der Theologie aus Darmstadt
Leihgabe aus Privatbesitz

Die Mitschriften seiner Studenten sind heute die wichtigste Quelle zu Heynes Vorlesung. Sie geben Aufschluss darüber, dass Heyne – ganz im Sinne Winckelmanns – den Fokus auf noch vorhandene antike Kunstwerke und eine allgemeine ästhetische Ausbildung legte. Obwohl er Winckelmanns Epochenmodell für seine Vorlesung übernahm, lässt Heyne die bei Winckelmann so entscheidenden Ausführungen über die Kunstentwicklung weitgehend außen vor. Die Mitschriften der Heyne-Vorlesung waren zu ihrer Zeit so populär, dass wiederum Abschriften angefertigt wurden. Auch Goethe besaß ein solches Exemplar und ließ sogar seinen Werther davon reden.

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Studenten unterrichten: Heynes Vorlesung über die Archäologie

Die Schriften Winckelmanns lösten in ganz Europa eine Welle ungeheurer Begeisterung für die Antike und besonders für die griechische Kunst aus. Etwa zeitgleich wurden in Göttingen wichtige Voraussetzungen für die Etablierung der Archäologie als Universitätsdisziplin geschaffen.

Der Göttinger Professor für Poesie und Beredsamkeit, Christian Gottlob Heyne (1729 – 1812), der zu den wichtigsten Briefpartnern Winckelmanns zählte, machte dessen Gedanken zur antiken Kunst erstmals zur Grundlage eines akademischen Lehrfaches – allerdings gehörte Heyne gleichzeitig auch zu Winckelmanns kritischsten Rezensenten. Bis ins hohe Alter hielt er in Göttingen regelmäßig eine Vorlesung über die Archäologie der Kunst des Altertums, die von Studenten aus ganz Europa besucht wurde, darunter viele spätere Berühmtheiten wie August Wilhelm Schlegel und Wilhelm von Humboldt.

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Briefwechsel Heyne / Winckelmann

(Reproduktion aus Heynes Edition: Winckelmann an Heyne 05.12.1765)

Ihre Bekanntschaft verschaffte beiden Gelehrten Vorteile. Winckelmann versorgte Heyne mit Informationen über die jüngsten Statuenfunde in Rom. So schreibt er ihm im Dezember 1765 vom Fund der sog. ‚Knöchelspielerin‘, heute in der Sammlung Wallmoden – „eine Entdeckung, welche noch itzo geheim gehalten wird“. Im Gegenzug sorgte Heyne dafür, dass Winckelmann in die Göttinger Societät der Wissenschaften aufgenommen wurde.

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