Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Alterthums
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Originale aus Silber;
London, Britisches Museum
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„Ein Wald von Statuen, durch den man sich durchwinden, eine große ideale Volksgesellschaft, zwischen der man sich durchdrängen musste“: So beschreibt Goethe rückblickend seinen Besuch der Mannheimer Gipsabgusssammlung, der ihm ein prägendes Kunsterlebnis, ganz im Geiste Winckelmanns, verschaffte. Schon vor Goethe hat Johann Gottfried Herder in seiner Lobschrift auf Winckelmann ein ähnliches Bild bemüht:
„In dem Walde von vielleicht 70.000 Statuen und Büsten, die man in Rom zählet […], voll schreiender Stimmen ratender Deuter, täuschender Künstler und unwissender Antiquare“, sich einen Weg gebahnt zu haben, „gewiss, das konnte kein Kleinigkeitskrämer, kein Krittler an einem Zeh im Staube“. Die Verwandlung des chaotischen Statuenwaldes in ein wohlgeordnetes „Lehrgebäude“, darin sieht Herder die herausragende Leistung, die Winckelmann in seinem Hauptwerk, der Geschichte der Kunst des Altertums, gelungen sei.
Im April 1763 wurde Winckelmann als erster Ausländer zum Commissario delle Antichità della Camera Apostolica (Präsident der Altertümer zu Rom) ernannt. Damit war er unter anderem für die Ausfuhr von Antiken und die Registrierung von Fundorten verantwortlich. Zudem brachte es dieses Amt mit sich, dass Winckelmann hochrangigen Gästen die Antiken Roms näher bringen sollte. Diese Aufgabe übernahm er nur widerwillig, da sie sehr zeitraubend war. Mit steigender Bekanntheit konnte er sich seine Klientel zunehmend aussuchen und entschied dabei nach Rang, sowie dem „ernsthaften Interesse an Rom und seiner Kunst“.
Zu den vornehmen Besuchern, die von Winckelmann betreut wurden, gehörte auch Johann Ludwig von Wallmoden, unehelicher Sohn König Georgs II. von England. Im Zuge seiner Grand Tour, der großen Bildungsreise durch Europa, verbrachte er den Winter 1765/66 in Rom. Während dieses Aufenthalts begann er, beraten durch Winckelmann, mit dem Ankauf antiker Skulpturen für sein Palais in Hannover. Damit schuf er die erste große private Antikensammlung in Deutschland. Seit 1979 befindet sie sich als Leihgabe hier im Archäologischen Institut in Göttingen.
Besucher führen, Sammler beraten: Präsident der Altertümer zu Rom Weiterlesen »
in: ders., Sammlung antiquarischer Aufsätze, Bd. 2,
Leipzig 1779, 172–258
Angeregt durch Winckelmann, aber methodisch präziser als
dieser, zeigt Heyne in diesem Aufsatz, wie viele Fehldeutungen
antiker Monumente auf nicht erkannten Ergänzungen
beruhen. Mangels Autopsie stützt er sich dabei ausschließlich
auf den kritischen Vergleich publizierter Abbildungen und
Beschreibungen. Seine scharfsinnige Argumentation führt zu
Ergebnissen, die in vielen Fällen bis heute gültig sind.