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Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Alterthums

Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Alterthums

Johann Joachim Winckelmann
Leipzig 1767

Die auf dem Titelkupfer abgebildete Münze, heute im Pariser Cabinet des Médailles, befand sich in Winckelmanns eigener Sammlung. Voller Besitzerstolz nahm er sie auch als einzige Münze in seine Monumenti antichi inediti auf. Kürzlich wurde sie als Fälschung entlarvt.

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Johann Winkelmanns Briefe an Herrn H.

Johann Winkelmanns Briefe an Herrn H.

Leipzig 1776

Leihgabe SUB Göttingen,  8 H L BI IV, 8152

Der Briefwechsel von Heyne und Winckelmann gibt Aufschluss über das vielschichtige persönliche Verhältnis der beiden Gelehrten. Neben dem wissenschaftlichen Austausch klingen auch ironische Töne an, etwa wenn der in Rom  lebende Winckelmann fragt „ob man an einem Orte, wie Göttingen ist, vergnügt leben könne“. Tatsächlich war  Göttingen mit der seinerzeit modernsten Universitäts- bibliothek in wissenschaftlicher Hinsicht aber durchaus attraktiv. 1776 gab Heyne anonym seine von Winckelmann erhaltenen Briefe heraus und begründete damit die Tradition der Winckelmann-Briefeditionen.

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Statuenwald

„Ein Wald von Statuen, durch den man sich durchwinden, eine große ideale Volksgesellschaft, zwischen der man sich durchdrängen musste“: So beschreibt Goethe rückblickend seinen Besuch der Mannheimer Gipsabgusssammlung, der ihm ein prägendes Kunsterlebnis, ganz im Geiste Winckelmanns, verschaffte. Schon vor Goethe hat Johann Gottfried Herder in seiner Lobschrift auf Winckelmann ein ähnliches Bild bemüht:
„In dem Walde von vielleicht 70.000 Statuen und Büsten, die man in Rom zählet […], voll schreiender Stimmen ratender Deuter, täuschender Künstler und unwissender Antiquare“, sich einen Weg gebahnt zu haben, „gewiss, das konnte kein Kleinigkeitskrämer, kein Krittler an einem Zeh im Staube“. Die Verwandlung des chaotischen Statuenwaldes in ein wohlgeordnetes „Lehrgebäude“, darin sieht Herder die herausragende Leistung, die Winckelmann in seinem Hauptwerk, der Geschichte der Kunst des Altertums, gelungen sei.

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Besucher führen, Sammler beraten: Präsident der Altertümer zu Rom

Im April 1763 wurde Winckelmann als erster Ausländer zum Commissario delle Antichità della Camera Apostolica (Präsident der Altertümer zu Rom) ernannt. Damit war er unter anderem für die Ausfuhr von Antiken und die Registrierung von Fundorten verantwortlich. Zudem brachte es dieses Amt mit sich, dass Winckelmann hochrangigen Gästen die Antiken Roms näher bringen sollte. Diese Aufgabe übernahm er nur widerwillig, da sie sehr zeitraubend war. Mit steigender Bekanntheit konnte er sich seine Klientel zunehmend aussuchen und entschied dabei nach Rang, sowie dem „ernsthaften Interesse an Rom und seiner Kunst“.

Zu den vornehmen Besuchern, die von Winckelmann betreut wurden, gehörte auch Johann Ludwig von Wallmoden, unehelicher Sohn König Georgs II. von England. Im Zuge seiner Grand Tour, der großen Bildungsreise durch Europa, verbrachte er den Winter 1765/66 in Rom. Während dieses Aufenthalts begann er, beraten durch Winckelmann, mit dem Ankauf antiker Skulpturen für sein Palais in Hannover. Damit schuf er die erste große private Antikensammlung in Deutschland. Seit 1979 befindet sie sich als Leihgabe hier im Archäologischen Institut in Göttingen.

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Sterbender Gallier

Sterbender Gallier

Original aus Marmor; Rom, Kapitolinische Museen
Römische Kopie nach hellenistischem Vorbild um 220 v. Chr.
Entdeckt in den Gärten der Villa Ludovisi in Rom, erste Erwähnung 1623
Abguss 1898 erworben

Die Statue wurde traditionell als Sterbender Gladiator bzw. Fechter bezeichnet. Winckelmann lehnte dies ab, weil es bei den Griechen „in den blühenden Zeiten der Kunst“, in die er die Statue datierte, keine Gladiatoren gegeben habe. Das am Boden liegende Krummhorn und den Strick um den Hals – in Wahrheit ein keltischer Goldreif (Torques) – deutete er als Attribute eines griechischen Herolds.
Heyne näherte sich erstmal der heute etablierten Benennung der Figur als Gallier an. Wegen des Schnurrbarts hielt er den Kopf zunächst für modern ergänzt, erkannte dann aber darin das Zeichen für einen Barbaren. Er vermutete in der Figur einen besiegten Germanen

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Christian Gottlob Heyne Irrthümer in Erklärung alter Kunstwerke aus einer fehlerhaften Ergänzung

in: ders., Sammlung antiquarischer Aufsätze, Bd. 2,
Leipzig 1779, 172–258

Angeregt durch Winckelmann, aber methodisch präziser als
dieser, zeigt Heyne in diesem Aufsatz, wie viele Fehldeutungen
antiker Monumente auf nicht erkannten Ergänzungen
beruhen. Mangels Autopsie stützt er sich dabei ausschließlich
auf den kritischen Vergleich publizierter Abbildungen und
Beschreibungen. Seine scharfsinnige Argumentation führt zu
Ergebnissen, die in vielen Fällen bis heute gültig sind.

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Johann Joachim Winckelmann – Monumenti antichi inediti

Johann Joachim Winckelmann – Monumenti antichi inediti

Rom 1767
Leihgabe SUB Göttingen, Signatur 2 ARCH III, 237:1-2

 

Die Unveröffentlichten antiken Denkmäler sind Winckelmanns zweites Hauptwerk neben der Geschichte der Kunst des Altertums. Der Autor zieht darin alle Register seiner Interpretationskunst. Viele seiner Deutungen haben sich dauerhaft als richtig erwiesen. Manches wirkt aber auch sehr gesucht und konstruiert. Winckelmann veröffentlichte das kostspielige Werk im Selbstverlag auf Italienisch. Damit wollte er vor allem seine Konkurrenten, die italienischen Antiquare, ansprechen und ihnen seine überlegene philologische Gelehrsamkeit demonstrieren. Winckelmanns große Neuerung, die Stilanalyse, kommt in diesem Werk kaum zur Anwendung. Die aufgeschlagene Tafel zeigt das Reiterrelief Albani und zum Vergleich das ‚Boxerohr‘ eines anderen Athletenkopfes.

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