#Die Herkunft bestimmen: Etruskische oder griechische Vasen?

Vasen aus Nola

Die hier gezeigten Vasen aus Nola stammen aus der Sammlung des Diplomaten Franz Freiherr von Koller (1767–1826), der ab 1821 in Neapel lebte und an verschiedenen Orten in Campanien Grabungen durchführen ließ.

Die Herkunft bestimmen: Etruskische oder griechische Vasen?

Antike bemalte Vasen begannen erst im 18. Jahrhundert verstärkt in das Blickfeld der antiquarischen Forschung zu treten. Besonders reiche Funde machte man damals in Campanien, dem Umland der griechischen Stadt Neapel. Dieses war zeitweise von Etruskern kolonisiert worden. Patriotisch gesinnte Gelehrte aus der Toscana vertraten daher die Auffassung, es handle sich um Werke ihrer etruskischen Vorfahren. Diese These war sehr erfolgreich und hielt sich bis in das frühe 19. Jahrhundert.

Winckelmann hingegen verwies nachdrücklich auf die griechischen Inschriften auf manchen Vasen: „hieraus erhellet, wie wenig Grund der allgemeine Name Hetrurischer Gefäße habe, unter welchen man dieselben bisher begriffen hat“. Er schrieb ihre Herstellung ortsansässigen campanischen Werkstätten zu, in denen griechische oder zumindest stark griechisch geprägte Künstler arbeiteten.

Erst ab 1830 setzte sich die Erkenntnis durch, dass ein erheblicher Teil der in Campanien, aber auch in der Toscana gefundenen bemalten Vasen aus Griechenland, vor allem aus Athen, importiert war.

Collection of Engravings from Ancient Vases Mostly ofPure Greek Workmanship Discoverd in Sepulchres in the Kingdom of the Two Sicilies but Chiefly in the Neighbourhoodof Naples during the Course of the Years MDCCLXXXIX. and MDCCLXXXX.Now in the Possession of Sir Wm. Hamilton, With Remarks on Each Vase by the Collector

Collection of Engravings from Ancient Vases Mostly ofPure Greek Workmanship Discoverd in Sepulchres in the Kingdom of the Two Sicilies but Chiefly in the Neighbourhoodof Naples during the Course of the Years MDCCLXXXIX. and MDCCLXXXX.Now in the Possession of Sir Wm. Hamilton, With Remarks on Each Vase by the Collector

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Bd. 1, Neapel 1791

Nola, nordöstlich des Vesuv gelegen, war zu Winckelmanns Zeit einer der wichtigsten Fundorte bemalter antiker Vasen. Die Abbildung zeigt den englischen Diplomaten und Sammler Sir William William Hamilton und seine Frau Emma bei der Aufdeckung eines Grabes in Nola. Seine erste Vasensammlung verkaufte Hamilton an das Britische Museum. Die von Wilhelm Tischbein besorgte Publikation von Hamiltons zweiter Vasensammlung zeigt schon im Titel, dass sich Winckelmanns Auffassung vom griechischen Ursprung der bemalten Vasen durchzusetzen begann: Ancient Vases Mostly of Pure Greek Workmanship. Das Titelkupfer reproduziert eine Zeichnung von Christoph Heinrich Kniep, die sich im Anatomischen Institut der Universität Göttingen befand und mit diesem 1945 zerstört wurde.

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